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19.07.2017
, Offenbach
Bis(s) zur Borreliose
Gesundheitstipps von Chefarzt Dr. Henn

Dr. Karl-Heinz Henn, Chefarzt der Klinik für Neurologie

Zecken! – Wo man sie findet, wie man sich schützt und welche Gefahren durch sie auf den Menschen und dessen Gesundheit lauern, ist bekannt. Oftmals bleibt der Zeckenbiss aber unerkannt, der Übeltäter ungesehen, doch die Borrelioseerkrankung tritt später, oft noch Wochen danach, auf. Dr. Karl-Heinz Henn, Chefarzt der Abteilung für Neurologie am Sana Klinikum Offenbach, erklärt, wie diese diagnostiziert und behandelt werden kann.

„Nach dem Biss einer infizierten Zecke können die ersten Anzeichen einer Borreliose schon nach kurzer Zeit oder erst nach Wochen oder Monate auftreten – dann, wenn dieser längst vergessen ist. Das macht es unter Umständen für den Betroffenen so schwierig, die Symptome auf diesen Biss zurück zu führen“, erklärt Dr. Henn. Die Borreliose (oder „Lyme-Erkrankung“) hat viele Facetten, vom wandernden „roten Hof“ („Erythema migrans“) über Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen. Auch Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen sind keine Seltenheit. Bei den letztgenannten Fällen spricht man von einer Neuroborreliose. Bei einer Meningitis (Hirnhautentzündung) kann es neben Kopfschmerzen zur Nackensteifigkeit und zu hohem Fieber kommen.

„Im Rahmen eines Hirnnervenbefalls kann es auch zu einer Gesichtslähmung kommen, einseitig oder sogar beidseitig. Dann kann fälschlicherweise an einen Schlaganfall gedacht werden“, berichtet Dr. Henn aus der Praxis. Ob tatsächlich eine Borreliose oder Neuro-Borreliose vorliegt, wird im Sana Klinikum Offenbach ermittelt. Mit Kernspintomographie, Liquoruntersuchung und Elektroneurographie können das zentrale und periphere Nervensystem untersucht werden: „Im Fall eines positiven Befundes kann hier auch gleich eine zielgerichtete Therapie begonnen werden“, so der Chefarzt weiter.

Wird die Borreliose rechtzeitig erkannt, schafft meist eine Antibiotika-Therapie Abhilfe. Bei einer fortgeschrittenen Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks können durchaus Schäden zurück bleiben. Der erfahrene Chefarzt rät deshalb, im Zweifelsfall immer rechtzeitig den Arzt aufzusuchen, um mögliche Folgeschäden zu vermeiden.

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