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19.12.2016
, offenbach
Eine Miniaturpumpe rettet Leben
Erfolgreicher Ersteinsatz im Sana Klinikum gegen Herz-Kreislauf-Versagen

Die Konsole versorgt nicht nur die Pumpe mit Strom, sondern hier werden auch alle für die Patientenversorgung wichtigen Parameter eingestellt und kontinuierlich überprüft.
v.l.n.r.: Chefarzt Prof. Dr. med. Harald Klepzig, leitender Oberarzt Dr. med. Marius Hanika und Facharzt Dr. Gregor Baier.

Als eines der wenigen Krankenhäuser im Rhein-Main-Gebiet setzt das Offenbacher Sana Klinikum zur akuten Behandlung von Herzversagen ein neues Kreislauf-Unterstützungssystems ein, die sogenannte Impella-Pumpe. Bei einem schweren Herzinfarkt, einer weit fortgeschrittenen schweren Herzschwäche oder bei anhaltenden lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen gibt es Situationen, in denen das Herz nicht mehr dazu in der Lage ist, eine ausreichende Durchblutung der Organe zu gewährleisten. Der betroffene Patient schwebt in akuter Lebensgefahr. „Mit Hilfe der kleinen Pumpe können wir diesen Patienten jetzt helfen. Sie entlastet die Herzarbeit, indem sie den gefährdeten Kreislauf bis zu fünf Tage unterstützt“, erläutert Prof. Dr. med. Harald Klepzig, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Internistische Intensivmedizin und Allgemeine Innere Medizin am Sana Klinikum, den erstaunlichen Effekt des kleinen Gerätes. „Wir sind stolz darauf, somit zu den wenigen Einrichtungen im Rhein-Main-Gebiet zu gehören, die ihre Patienten mit dieser innovativen Medizintechnik im Herzkatheterlabor behandeln können.“

„Das kleinste Herzunterstützungssystem der Welt ist jetzt erstmals im Sana Klinikum Offenbach zum Einsatz gekommen und hat einem unserer Patienten mit einem kardiogenen Schock das Leben gerettet“, berichtet der Leitende Oberarzt des Herzkatheterlabors Dr. Marius Hanika. „Sein Herz war so geschwächt, dass es nicht mehr genügend Blut in den Körper pumpen konnte.“ Ein kardiogener Schock tritt oft ohne Vorzeichen nach einem Herzinfarkt auf. Wird dieser nicht rechtzeitig bemerkt oder behandelt, versterben viele Patienten daran. „In der linken Herzkammer implantiert, brachte jedoch die Pumpe mit ihrem nur 4,5 mm großen Durchmesser den gefährlich zusammengebrochenen Kreislauf unseres Patienten wieder auf Touren“, erläutert Dr. Hanika. „Solange sie implantiert war, konnte sich sein Herz wieder erholen. Dem Patienten geht es inzwischen den Umständen entsprechend gut: Die Pumpe wurde jetzt nach fünf Tagen wieder entfernt.“

Der kleine Lebensretter
Die Miniaturpumpe kann über einen kleinen Schnitt in der linken Leiste bei örtlicher Betäubung mit Hilfe eines Katheters innerhalb weniger Minuten über die Leistenschlagader direkt im Herzen platziert werden. Das Gerät selbst besteht aus einem Propeller, der einer Schiffsschraube gleicht, und einem Minimotor, der über einen Akku von außen mit Strom versorgt wird. So unterstützt es die Pumparbeit des geschwächten Herzens, saugt sauerstoffreiches Blut in der linken Herzkammer an und transportiert bis

zu 3,5 Liter pro Minute zusätzlich über die Aortenklappe in den Kreislauf. Bei schwerkranken Patienten, die eine massive Herzschwäche, beispielsweise durch einen Herzinfarkt, erlitten haben, ist dies oft die
einzig wirksame lebensrettende Maßnahme. Denn wird der Körper nicht mehr richtig durchblutet, versterben viele betroffene Patienten an multiplem Organversagen. Die Pumpe kann bis zu fünf Tage im Patienten verbleiben, in Ausnahmefällen auch länger, bis sich die Pumpkraft des Herzens wieder verbessert hat.

„Diese Pumpe wollen wir künftig - nicht nur wie jetzt geschehen - in akuten Notfällen einsetzen, sondern auch bei komplexen Herzkathetereingriffen oder Ablationen von Herzrhythmusstörungen, dem Spezialgebiet unserer beiden Herzkatheterlabore“, kündigt Chefarzt Prof. Klepzig an. „Der Eingriff selbst ist für den Patienten völlig schmerzfrei. Wir können verschlossene Herzkranzgefäße in dem Labor zwar in kürzester Zeit mit einem Herzkatheter wieder öffnen, aber in besonders schweren Fällen braucht das Herz eben sehr lange, um sich zu erholen. Hier sorgt jetzt die segensreiche Erfindung der Impella-Pumpe für eine lebensrettende Überbrückung.“

Prof. Klepzigs Klinik zählt mit ihrer Chest-Pain-Unit (CPU – Brustschmerzeinheit für eine frühzeitige Erkennung und Behandlung von Herzinfarkten) zu einer wichtigen Spezialeinrichtung für Herzrhythmusstörungen im Rhein-Main-Gebiet und betreut jedes Jahr 5.000 Patienten stationär und mehr als 1.000 ambulant. Die Spezialgebiete des engagierten Teams mit dem Leitenden Oberarzt Dr. Marius Hanika, dem Leiter der Elektrophysiologie Dr. Dmitri Pajitnev und vier weiteren Fachkardiologen sind das Implantieren von Herzschrittmachern und Defibrillatoren, das Einpflanzen von Verschlusssystemen in Herzohren zum Schutz vor Gerinnseln, die Entnahme von Herzmuskelgewebe
zur Diagnose seltener Muskelkrankheiten und die Durchführung hochkomplizierter Rhythmuseingriffe zur Beseitigung von Kammerkachykardien und elektrischen Kurzschlussverbindungen.

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Marion Band

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