Patienteninformationen

Neurochirurgie - was ist das?

Die moderne Neurochirurgie als selbständiges Fachgebiet existiert in Deutschland erst seit 1934, als an der Würzburger Universitätsklinik eine eigene Abteilung unter der Leitung von W. Tönnis eingerichtet wurde. Die operative Behandlung von Erkrankungen des Gehirns und seiner Hüllen, des Rückenmarks und seiner Nervenwurzeln und der peripheren Nerven sind die Schwerpunkte der Neurochirurgie. Die Eingriffe erfordern wegen der Empfindlichkeit dieser Organe eine besonders sorgfältige Planung und präzise Operationstechnik.

Dadurch hat dieses junge Fach maßgeblich zur Entwicklung mikrochirurgischer Operationsverfahren in der Medizin beigetragen. Fast alle Operationen werden unter dem Mikroskop und viele Eingriffe am Gehirn unter Computer-gestützter Zielpunktführung und Zugangsüberwachung (Stereotaxie und Neuronavigation) durchgeführt. An der ständigen Weiterentwicklung computerassistierter Navigationsverfahren und ihrer Nutzbarmachung im täglichen Einsatz in den Operationssälen hat die Neurochirurgie wesentlichen Anteil. Typische, neurochirurgisch zu behandelnde Krankheitsbilder sind Hirn- und Rückenmarkstumore und Tumore der diese Organe umgebenden Häute, Blutungen in und um das Gehirn, Störungen der Nervenwasserzirkulation und Nervenschmerzen und -ausfälle durch Bandscheibenvorfälle oder knöcherne Veränderungen an der Wirbelsäule.Endoskopische Eingriffe sind bei bestimmten Erkrankungen der Bandscheiben, bei besonderen Formen der Nervenwasser-Zirkulationsstörungen und bei Kompression eines Nerven an der Handwurzel (Carpaltunnelsyndrom) minimal-invasive Alternativen zu herkömmlichen Verfahren.

Auch die Anwendung von Laser in örtlicher Betäubung ist in ausgewählten Fällen von Bandscheibenleiden ein schonendes Verfahren, wenn eine mikrochirurgische Operation noch nicht notwendig ist. Zu den minimal-invasiven Techniken gehören auch die interventionellen Angiographieverfahren, die Neuroradiologen anwenden, um beispielsweise Hirngefäßaneurysmen "von innen heraus", also über das Gefäßsystem zu verschließen. Stark durchblutete, krankhafte Strukturen, wie Arteriovenöse Malformationen (Angiome) oder Tumoren können mit dieser Technik entweder komplett behandelt oder für eine schonende Operation ohne wesentlichen Blutverlust vorbereitet werden.Die menschliche Betreuung und Begleitung unserer Patienten ist gerade in der Neurochirurgie eine zentrale Aufgabe. Unser Team aus Ärzten, Krankenpflegepersonal, Krankengymnasten und Mitarbeiterinnen in der Ambulanz und den Sekretariaten fühlt sich dieser Aufgabe besonders verpflichtet.

So planen Sie ihren Aufenthalt bei uns sorgfältig

Legen Sie bitte bereit

Sie sind zur stationären Aufnahme in unserer Neurochirurgischen Klinik vorgemerkt. Mit den folgenden Hinweisen möchten wir Ihnen bei Ihren Vorbereitungen helfen.

Legen Sie bitte bereit...

  • sämtliche aktuellen Röntgenbilder
  • alle medizinischen Befunde der letzten Monate (EKG, Labor, Spezialuntersuchungen, Operationsberichte u. ä.), besonders dann, wenn wesentliche Vorerkrankungen vorliegen  
  • alle Medikamente mit Beipackzetteln, die Sie regelmäßig einnehmen, ggf. Marcumar-Paß, Schrittmacher-Ausweis u. ä.
  • Ihre Versichertenkarte
  • die Krankenhauseinweisung
  • Ihre persönlichen Sachen, u. a. bitte 2 Handtücher, 2 Waschlappen (nach Möglichkeit jeweils 1 hell, 1 dunkel)
Medikamenten-Einnahme

Welche Medikamente eventuell rechtzeitig vor der Operation abgesetzt werden müssen, entnehmen Sie bitte der unten stehenden Liste. Zur Frage, ob eine Medikamentenumstellung oder Überbrückungsmedikation erfolgen muss, sollten Sie bitte mit Ihrem behandelnden Hausarzt oder Internist vorher Kontakt aufnehmen.

Vorstationärer Termin

Bei ambulanten Eingriffen oder bei kurzstationären Aufenthalten findet zur Überprüfung der Blutwerte, anderer medizinischer Befunde und der Aufklärung über den Eingriff ein Vorgespräch mit einem(r) ärztlichen Mitarbeiter/-in der Klinik statt. Der Termin wird mit Ihnen bei der Vormerkung in der Ambulanz vereinbart.

Aufnahmetag

Finden Sie sich bitte mit allen Unterlagen zur vereinbarten Uhrzeit in der Patienten-Aufnahme im 1. OG des Neubaus ein. Danach begeben Sie sich bitte auf die Station. Ob Sie nüchtern sein sollten, wird Ihnen zuvor mitgeteilt.

Rückfragen

Wenden Sie sich bitte montags bis freitags zwischen 8 und 16 Uhr an

  • Frau Brugger
    Tel.: 069 8405-3881
    Fax: 069 8405-3143

bei dringlichen Fragen außerhalb der Dienstzeiten auch an unseren diensthabenden Arzt über die

  • Zentrale des Klinikums
    Tel.: 069 8405-0
Leitbild der Klinik für Neurochirurgie

Ziele der ärztlichen und pflegerischen Behandlung unserer neurochirurgischen Patienten sind

  • die Heilung oder Besserung der Erkrankung
  • die Linderung von Schmerz, Leid und Angst.

In all unserem Handeln und Entscheiden sind wir uns der besonderen Verantwortung bewusst, die wir in der operativen Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems übernehmen.

Wir sehen und respektieren dabei den ganzen Menschen in seiner Individualität und seinen sozialen Bezügen. Wir orientieren uns an ethischen Grundsätzen und stellen uns in die Tradition der Nächstenliebe, der Achtung der Menschenwürde und des menschlichen Lebens.

Wir beachten die aktuellen Standards der medizinischen Wissenschaft und der Pflegewissenschaften. Gemäß dem Auftrag der akademischen Lehre verpflichten wir uns zu selbstkritischer Reflexion unseres Entscheidens und Handelns, der Vermittlung von Wissen, Kenntnissen und Fertigkeiten, aber auch der Weitergabe von Werten und Normen in der Tradition der Heil- und Pflegeberufe.

Wir arbeiten berufsübergreifend als Team mit dem Patienten im Zentrum unserer Zuwendung, geleitet vom Streben nach Exzellenz in Bezug auf Fähigkeiten, Leistung und Ausstattung. Wir bemühen uns täglich um Verbesserungen, um Offenheit, Transparenz, Diskretion, Verlässlichkeit, gegenseitigen Respekt und ein freundliches Miteinander.

Wir wünschen Ihnen...

... trotz Ihrer Erkrankung einen angenehmen Aufenthalt in unserem Haus und hoffen, dass Sie sich menschlich und fachlich gut betreut fühlen werden.

    Lob und Kritik

    Für Vorschläge zur Verbesserung unserer Arbeit oder der Organisation nutzen Sie bitte die Bögen „Lob und Kritik“, die Sie vom Pflegepersonal erhalten. Zur Rückgabe sind an vielen Stellen des Hauses Briefkästen aufgehängt.

    Mindestens 8 Tage vor Operation nach Rücksprache mit dem Hausarzt / Internisten abzusetzen:

    Gerinnungsverändernde/blutverdünnende Medikamente
    Aspirin (auch forte und plus, C), Aspisol, ASS (Stada, Bonfal, Dura, Genat, Kreuz, Mini CT, OPT, Ratiopharm, Kombi), Herz-ASS, Azetylin, Apernyl Styli, Alka-Seltzer, Acesal (Calcium), Bisolvon-Gribletten, Bonakiddi, Boxacain, Chephapyrin, Coffetylin, Colfarit, Contradol Fondant-Pastillen, Contraneural N, Dolo-Certonal, Dolomo TN, Dolviran N, Eu-Med S, Fibrex, Fineural N, Gelonida NA, Godasal, Godamed, HA-Tabletten N, Herz-Ass-ratiopharm, ilvico Erkältungsbrause, Klar (Schmerztabletten), Mandros A+C, Mincristin, Minisal, monobeltin, Neo-Gepan C, Neuralgin, Praecimed N, Praecineural, Quadronal AS, Ring N, Rio-Josipyrin, Santasal, Siguran E ret., temagin ASS 600, Thomapyrin, ViviRhinS, Desitic lopidin, Ticlopidin (AL, -AZU, -neuraxpharm, -ratiopharm, -Stada), Ticlo-Puren, Tiklyd, Iscover, Plavix, ReoPro, Rocornal, Asasantin.

    Mindestens 2 Tage vor dem Eingriff nach Rücksprache mit dem Hausarzt / Internisten abzusetzen:

    Diabetes-Medikamente, die den Wirkstoff Metformin enthalten:
    Avandamet, Biocos, Competact, Diabesin, Diabetase, Eucreas, Glucobon biomo, Glucophage, Janumet, Juformin, Mediabet, Mescorit, Met, Metfogamma, Siofor, Velmetin