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30.09.2019, Offenbach

Optimale Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren in der Region durch ein aktives Netzwerk

Seltene Tumore brauchen Erfahrung

Niedergelassene Ärzte vom Main-Kinzig-Kreis über Stadt und Landkreis Offenbach bis Dieburg arbeiten Hand in Hand und sichern so eine optimale Patientenversorgung

Auch mit ausgefalleneren Diagnosen wünschen sich Betroffene eine kompetente und wohnortnahe Versorgung, zuverlässige und zeitlich gut aufeinander abgestimmte Diagnose- und Behandlungswege, keine unnötigen Doppeluntersuchungen und eine interdisziplinäre Beurteilung auf höchstem medizinischem Niveau. „Hier kommt es einerseits ganz wesentlich auf die eingespielte und gute Zusammenarbeit zwischen den niedergelassenen Fachkollegen und der weiteren klinischen Versorgung an – sei es stationär oder ambulant“, erläutert Prof. Dr. Dr. med. Constantin Landes, Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Sana Klinikum Offenbach. „Anderseits ist es entscheidend, dass auch alle modernen Diagnose- und Therapieformen in der Klinik vorgehalten und von erfahrenen Fachleuten eingesetzt werden.“ Landes betreut ein solches Spezialthema: Bösartige Tumorerkrankungen im Bereich Kopf und Hals. „Zu den bösartigen Kopf-Hals-Tumoren zählen Tumoren der Mundhöhle, des Rachens, der Speicheldrüsen, des Kehlkopfes, der Nase, der Nasennebenhöhlen und der Haut in diesen Bereichen sowie Tumoren des äußeren Halses“, konkretisiert der Experte den Sammelbegriff. Laut der deutschen Krebsgesellschaft erkranken in Deutschland jährlich etwa 9.350 Männer und 3.740 Frauen an bösartigen Tumoren der Mundhöhle und des Rachens. Männer erkranken nicht nur häufiger, sondern im Mittel auch um drei Jahre früher als Frauen. Im Durchschnitt sind Männer zum Zeitpunkt der Diagnose 63, Frauen 66 Jahre alt. „Bislang wurden die meisten bösartigen Tumoren im Kopf-Hals-Bereich erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, was zu einer erheblichen Verschlechterung der Prognose führt“, so Landes. „Doch je besser die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten und das gegenseitige Verständnis, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Tumor bereits im Anfangsstadium erkannt wird.“

Landes und seine regionalen Fachkolleginnen und -kollegen tauschen sich regelmäßig aus und diskutieren über Neuerungen und Herausforderungen in der Therapie von Hals-Kopf-Neoplasien. Denn die chirurgische Behandlung erfordert tiefgreifende Kenntnisse der komplexen Anatomie. Für den Erhalt der Lebensqualität ist eine bestmögliche Rekonstruktion von Form und Funktion des betroffenen Kopf-Halsbereichs entscheidend. Es zeigt sich, dass hier die langjährige chirurgische Erfahrung mit den entsprechenden (mikrochirurgischen) Rekonstruktionstechniken eine entscheidende Rolle spielt.

„Die Fachärzte kennen die möglichen Symptome und reagieren schnell“, sieht auch Prof. Dr. Peter Niehoff, am Sana Klinikum Offenbach für die Strahlentherapie zuständig. „Schwellungen, farbliche Veränderungen oder auch hartnäckige Geschwüre im Mund-Rachenbereich können Hinweise auf einen Tumor sein“, so der Experte. Auch eine eingeschränkte Beweglichkeit der Zunge oder eine anhaltende Heiserkeit können Indizien sein und sollten daher dringend abgeklärt werden.

Niehoff setzt neben der unverzichtbaren äußeren Bestrahlung in den letzten Jahren verstärkt auf die Methode der Brachytherapie. Bei dieser inneren Strahlentherapie werden durch einen interdisziplinären minimalinvasiven Eingriff Bestrahlungskatheter eingelegt, über die eine Strahlenquelle unmittelbar in den Tumor oder das Tumorbett  eingebracht wird. Dadurch lässt sich die Bestrahlung wesentlich zielgenauer ausrichten, als wenn sie lediglich von außen erfolgt. Für den Patienten bedeutet das eine höhere Dosis am Tumor selber und eine noch bessere Schonung des umliegenden Gewebes. Für Landes und seine Kollegin Dr. Guelay Ay, Fachärztin am Ambulanten Versorgungszentrum des Sana Klinikums (AOZ), sind diese modernen personalisierten und individuell zugeschnittenen Therapieformen – umgesetzt in Kooperation mit den Kollegen in der Region – die Basis für bestmögliche Heilungsprognosen und eine große Patientenzufriedenheit.

Veranstaltungshinweis im Rahmen der Patientenakademie:

Am 3. Dezember informieren Prof. Landes, Prof. Niehoff und Dr. Guelya Ay über „Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten von Kopf- und Halstumoren“ – Beginn 18:00 Uhr im Sana Klinikum Offenbach, Eintritt frei, Interessenten und Betroffene sind herzlich willkommen. Die Referenten stehen den Gästen auch gerne bei Fragen zur Verfügung.

Kontakt

Anne Stach
Telefon: 069 8405-4568
Telefax: 069 8405-4671
E-Mail: anne.stach@sana.de