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06.11.2019, Offenbach

Experten des neuen Lungenzentrums in Offenbach führen neue, schonende Operationsmethode am Sana Klinikum Offenbach ein

Komplexe Lungenoperation beim wachen Patienten durchgeführt

In Deutschland müssen sich jährlich mehr als 180.000 Menschen einer Operation im Brustkorb aufgrund einer Erkrankung der Lunge oder des Rippenfells unterziehen. Die komplexe Operation kann Symptome wie Luftnot oder Schmerzen lindern und bietet vielen Patienten sehr gute Heilungschancen. Neue, besonders schonende Operationsverfahren helfen, sich von dem - oft lebensrettenden - Eingriff schneller zu erholen.

Die Diagnose einer Erkrankung der Organe des Brustkorbes stellt für viele Menschen einen Schock dar. Um individuell die beste Behandlungsmöglichkeit anzubieten, arbeiten in einem Lungenzentrum die Fachexperten vieler Fachdisziplinen zusammen. Am Sana Klinikum Offenbach hat sich jetzt das „Lungenzentrum Rhein Main“ gebildet, in dem insbesondere die Kliniken für Lungenheilkunde (Pneumologie) und Thoraxchirurgie zusammenarbeiten. „Durch die enge Verzahnung der beiden Bereiche beispielsweise durch eine gemeinsame Betreuung auf einer Station sind die Wege kurz und sehr effektiv“, so Dr. med. André Althoff, Chefarzt der Pneumologie. Nicht nur bei Patienten mit Lungenkrebs, auch bei anderen Erkrankungen wie der Ansammlung von Flüssigkeit im Brustraum, dem sogenannten Pleuraerguss, bietet das neue Zentrum innovative Behandlungsmöglichkeiten. „Ein modernes Lungenzentrum muss dabei aber auch neue schonenden Operationsverfahren anbieten, zumal auch immer mehr ältere Patienten betroffen sind“, fasst Prof. Dr. med. Kleine, Chefarzt der Thoraxchirurgie, die Vorteile zusammen. Die sogenannte „Schlüssellochchirurgie“ kann über kleine Schnitte mit gleicher Präzision und Gründlichkeit den Krankheitsherd in der Lunge und dem Rippenfell entfernen.

Viele der älteren Patienten leiden zudem unter Begleiterkrankungen, die das Narkoserisiko erhöhen. „Für diese Patienten bieten wir die Möglichkeit an, auf eine Vollnarkose zu verzichten und so die Operation schonend zu überstehen“, beschreibt Privat Dozent Dr. med. Haitham Mutlak, neuer Chefarzt der Klinik für Anästhesie, das innovative Vorgehen, bei dem es auf die enge Zusammenarbeit zwischen Narkosearzt und Thoraxchirurgen ankommt. Der erste thoraxchirurgische Eingriff mit alleiniger Rückenmarksanästhesie wurde kürzlich im Sana Klinikum Offenbach durchgeführt. Der 82-jährige Patient hat den Eingriff gut verkraftet.

Prof. Kleine, der solche Operationen bereits seit einigen Jahren durchführt, bestätigt: „Selbst bei hoch komplexen Operationen haben bisher alle wach operierten Patienten den Eingriff gut überstanden. Insbesondere die älteren und vorerkrankten Patienten profitieren davon, dass sie früher das Bett verlassen und sich bald wieder normal auf der Station bewegen können.“ Komplikationen seien sehr selten und gut behandelbar. Prof. Kleine und seine Kollegen rechnen in Zukunft mit einem weiteren Anstieg von derartigen Eingriffen bei älteren Patienten. „Die minimal-invasiven Verfahren und der Verzicht auf die Vollnarkose bekommt damit immer größere Bedeutung. Ich bin froh, dass wir diese Operationsmethode jetzt auch hier in Offenbach anbieten können“, freut sich Prof. Kleine, der seit September die neue Klinik für Thoraxchirurgie am Sana Klinikum leitet.

Interessierte können sich unter der Telefonnummer 069 / 8405 – 5750 oder – 5675 über das neue Lungenzentrum informieren.

Kontakt

Anne Stach
Telefon: 069 8405-4568
Telefax: 069 8405-4671
E-Mail: anne.stach@sana.de