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01.10.2019, Offenbach

Ambulante und stationäre Palliativversorgung unter einem Dach

Dr. Christiane Gog M. Sc. leitet die neue Klinik für Palliativmedizin am Sana Klinikum Offenbach

Die Krankenhausleitung wünschte  Dr. Christiane Gog M.Sc. viel Erfolg bei ihrer neuen Aufgabe.
(v.l.n.r.): Prof. Dr. med. Norbert Rilinger (Ärztlicher Direktor), Dr. med. Christiane Gog (Chefärztin der Klinik für Palliativmedizin), Melanie Zöller (Kaufmännische Direktorin) und Sascha John (Geschäftsführer Sana Klinikum Offenbach).

 

Schwerstkranke Patienten hat das Sana Klinikum Offenbach bisher schon optimal versorgt, sei es durch stationäre oder ambulante auf der Palliativstation des Krankenhauses oder zu Hause durch das ambulante Palliativteam. Diese  drei palliativmedizinischen Versorgungs-Säulen von Stadt und Kreis Offenbach werden in Zukunft in der neuen „Klinik für Palliativmedizin“ unter der Leitung von Chefärztin Dr. Christiane Gog gebündelt.

Sie hat damit eine besonders anspruchsvolle und wertvolle Aufgabe übernommen. Denn es geht bei einer palliativmedizinischen Betreuung nicht um Heilung, sondern um die aktive und umfassende, auf Linderung und maximal möglicher Lebensqualität ausgerichtete Behandlung, Betreuung und Begleitung von Patienten mit einer nicht heilbaren und weit fortgeschrittenen Erkrankung bei einer zugleich begrenzten Lebenserwartung. Dr. Christiane Gog: „Wenn viele Patienten und ihre Angehörigen glauben, dass die Verlegung auf eine Palliativstation bereits das Lebensende bedeutet, dann ist das ein Irrtum. Wir arbeiten vielmehr mit allen palliativmedizinischen Maßnahmen dafür, den Zustand der Patienten mit schmerz- und symptomlindernden Therapien bestmöglich zu stabilisieren, um so Lebenszeit und gleichzeitig Lebensqualität für die Patienten zu gewinnen.“
Dazu gehört nach der stationären Behandlung die weitere Krankheits- und Betreuungssituation der Patienten so weit zu organisieren und vorzubereiten, dass sie in eine optimale Versorgung entlassen werden können. Je nach Krankheitsverlauf und privater Situation nach Hause, in eine Pflegeeinrichtung oder in ein Hospiz. Können und möchten die Patienten nach Hause entlassen werden, übernehmen spezialisierte Pflegekräfte und Ärzte des ambulanten Palliativteams Offenbach (SAPV) die Versorgung auch im heimischen Umfeld. Voraussetzung ist: Ein Hausarzt, Facharzt oder ein Krankenhausarzt muss die ´besonders aufwändige palliative Versorgung` zuhause verordnen, damit sie von der Krankenkasse genehmigt wird.'
Geschäftsführer Sascha John weist auf die langjährige Erfahrung und besondere Expertise von Chefärztin Dr. Gog in der einfühlsamen und hochqualifizierten Betreuung Schwerstkranker hin: „Sie hat als Sektionsleiterin unser stationäres und ambulantes Palliativangebot kontinuierlich ausgebaut und konzeptionell weiterentwickelt, sodass sie mit ihrem Engagement für alle Betroffenen und unser Haus ein großer Gewinn ist. Die Zusammenlegung der ambulanten und stationären Versorgung zu einer eigenständigen Klinik unter ihrer Leitung war also nur konsequent.“
Vor ihrem Wechsel nach Offenbach in 2017 war Dr. Gog 18 Jahre lang in der Allgemeinchirurgie an der Universitätsklinik Frankfurt onkologisch tätig, ab 2011 leitete sie dann die dortige Palliativmedizin. Mit ihrem Studium zum Master of Science in Palliative Care gehörte sie zu den ersten Ärzten in Deutschland mit dieser besonderen Qualifikation. Sie hat sich überdies als Psychoonkologin und ambulante Ethikberaterin qualifiziert.
Mit der Arbeit und dem Engagement von Dr. Christiane Gog sieht das Sana Klinikum auch die Chance, die gesellschaftlich so wichtigen Segnungen und Möglichkeiten der Palliativmedizin ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Gerade in diesem Fachbereich herrschen allgemein noch sehr viel Unkenntnis und Missverständnisse“, erklärt Professor Rilinger, Ärztlicher Direktor des Sana Klinikums Offenbach. „Als Krankenhaus der Maximalversorgung ist es zunächst unser Auftrag erkrankten Menschen zu helfen, ihr Leben zu bewahren und die Gesundheit des Patienten mithilfe kurativer Therapieansätze im weiteren klinischen Verlauf wiederherzustellen. Es gibt aber auch Patienten, bei denen die Behandlung an ihre Grenzen stößt und die nicht mehr geheilt werden können. Auch diesen Patienten kann in ihrer letzten Lebensphase geholfen werden, entweder durch ambulante Palliativpflege zu Hause in den eigenen vier Wänden oder im Akutfall auf einer speziellen Palliativstation, wie sie unser Klinikum vorhält. Doch leider herrscht nach wie vor große Unwissenheit über die Angebote der Palliativmedizin.“
"Viele Menschen wissen nicht, wie viel Einfluss man gerade auf das Lebensende haben kann", so Dr. Nadine Loesel, Leitende Oberärztin der Klinik für Palliativmedizin. „Es wird leider nach wie vor viel zu viel und viel zu lange gelitten. Viele wissen nicht, dass wir zum Beispiel bei ca. 95 Prozent unserer Patienten eine akzeptable Schmerzsituation erreichen können.“, Ihr Ziel ist es, eine ambulante Beratungsstelle für unheilbar erkrankte Menschen einzurichten, wo sich Betroffene und ihre Angehörigen frühzeitig über Hilfsangebote, Schmerztherapie und Versorgungsmöglichkeiten informieren können. „Mit Hilfe der Palliativmedizin können Patienten und Angehörige die schreckliche Situation einer unheilbaren Krankheit mit viel weniger Angst vor dem Lebensende, dem Verlust der persönlichen Integrität oder vor starken Schmerzen bewältigen“, ergänzt Dr. Gog. 
Die Behandlung erfordert ein ganzheitliches, interdisziplinäres Betreuungskonzept durch ein multiprofessionelles Ärzte- und Pflegeteam unter Einschluss von Physiotherapeuten, Psychoonkologen, Seelsorge und Sozialdienst. Zusätzlich wird für alle Patienten ein individuell auf sie abgestimmtes Angebot ermöglicht, z.B. ein seelsorgerisches oder psychoonkologisches Gespräch, eine Klangschalentherapie, tiergestützte Therapie oder Kunsttherapie.

Kontakt

Marion Band
Telefon: 069 8405-5550
Telefax: 069 8405-4671
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